Compliance

DAC8 und CARF

Welche neue Krypto-Meldepflichten ab 2026 gelten

Der Kryptomarkt entwickelt sich rasant – und mit ihm auch die Regulierung. In den kommenden Jahren werden Kryptowährungen deutlich stärker in den Fokus der Steuerbehörden rücken.Mit neuen europäischen und internationalen Regelungen entsteht erstmals ein umfassendes System, mit dem Kryptotransaktionen automatisch an Finanzbehörden gemeldet werden können.

Für Anleger bedeutet das vor allem eines: Eine richtige Deklaration bei der Steuererklärung sowie die vollständige Dokumentation der Krypto-Transaktionen werden künftig noch relevanter.

Warum neue Krypto-Regeln eingeführt werden

In den vergangenen Jahren haben Kryptowährungen stark an Bedeutung gewonnen. Viele Anleger investieren mittlerweile regelmäßig in Bitcoin, Ethereum oder andere digitale Vermögenswerte. Gleichzeitig hat sich der Kryptomarkt zu einem globalen Ökosystem entwickelt, in dem Transaktionen über Börsen auf der ganzen Welt abgewickelt werden können.

Für Steuerbehörden war es bisher jedoch oft schwierig, einen Überblick über diese Aktivitäten zu behalten. Während klassische Finanzanlagen – etwa Bankkonten oder Wertpapierdepots – bereits seit Jahren automatischen Meldepflichten unterliegen, existierten vergleichbare Systeme für Kryptowährungen lange Zeit nicht.

Genau hier setzen die neuen Regelungen an. Das Ziel besteht darin, mehr Transparenz zu schaffen und sicherzustellen, dass steuerlich relevante Gewinne aus Kryptowährungen korrekt erfasst werden können.

Was sich mit DAC8 konkret ändert

Die europäische Richtlinie DAC8 erweitert die bestehenden Regelungen zum automatischen Informationsaustausch zwischen Steuerbehörden auf den Bereich der Kryptowährungen.

Seit dem 1. Jänner 2026 sind Anbieter von Krypto-Dienstleistungen verpflichtet, bestimmte Informationen über ihre Nutzer zu erfassen und an Steuerbehörden zu melden.

Dabei geht es insbesondere um Daten wie:

  • Name und Anschrift des Nutzers

  • Steueridentifikationsnummer

  • Bestände an Kryptowährungen auf der Plattform

  • Käufe und Verkäufe von Kryptowerten

  • Tauschgeschäfte zwischen verschiedenen Kryptowährungen

Die gemeldeten Informationen werden zunächst an die Steuerbehörde des jeweiligen Landes übermittelt. Anschließend erfolgt ein automatischer Austausch zwischen den EU-Mitgliedstaaten, sodass auch grenzüberschreitende Aktivitäten nachvollziehbar werden.

Die ersten Meldungen werden voraussichtlich im Jahr 2027 erfolgen und sich auf Transaktionen aus dem Steuerjahr 2026 beziehen.

Welche Anbieter von den Meldepflichten betroffen sind

Die neuen Regelungen richten sich vor allem an Unternehmen, die Dienstleistungen im Zusammenhang mit Kryptowährungen anbieten. Dazu zählen beispielsweise:

  • Kryptobörsen und Handelsplattformen

  • Broker, die den Kauf und Verkauf von Kryptowährungen ermöglichen

  • Anbieter von Wallet-Dienstleistungen

  • Unternehmen, die Kryptowährungen für ihre Kunden verwahren

Diese Anbieter werden künftig verpflichtet sein, relevante Informationen über ihre Nutzer zu sammeln und zu melden. Besonders wichtig ist dabei, dass die Regelungen nicht nur für Unternehmen innerhalb der EU gelten. Auch Plattformen außerhalb Europas können betroffen sein, wenn sie ihre Dienstleistungen für europäische Nutzer anbieten. Damit soll verhindert werden, dass Anleger einfach auf ausländische Plattformen ausweichen, um Meldepflichten zu umgehen.

Was das für Krypto-Anleger bedeutet

Für Anleger bringt diese Entwicklung vor allem eines mit sich: der Kryptomarkt wird transparenter und stärker reguliert.

In der Praxis bedeutet das, dass Finanzbehörden künftig deutlich mehr Informationen über Transaktionen mit Kryptowährungen erhalten werden. Gewinne aus dem Handel mit Kryptowährungen können dadurch leichter nachvollzogen werden als bisher.

Während Anleger ihre Transaktionen bisher häufig selbst dokumentieren und deklarieren mussten, werden Finanzbehörden künftig in vielen Fällen zusätzliche Daten direkt von den Plattformen erhalten. Abweichungen zwischen gemeldeten Daten und den in der Steuererklärung deklarierten Einkünften werden dadurch leichter zu erkennen sein. Unvollständige oder fehlende Angaben in der Steuererklärung bedeuten somit ein Risiko für finanzstrafrechtliche Konsequenzen.

Warum eine gute Dokumentation immer wichtiger wird

Gerade im Kryptobereich kann die steuerliche Aufarbeitung von Transaktionen sehr komplex sein. Viele Anleger nutzen mehrere Börsen, bewegen ihre Kryptowährungen zwischen verschiedenen Wallets oder nehmen an neuen Formen von Krypto-Investments teil.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Staking

  • DeFi-Protokolle

  • NFT-Handel

  • Lending oder Liquidity Pools

Diese Aktivitäten können steuerlich unterschiedliche Auswirkungen haben und sind häufig nicht leicht nachvollziehbar – insbesondere wenn Transaktionen über mehrere Plattformen oder Wallets verteilt sind. Eine genaue und vollständige Deklaration der Einkünfte ist jedoch essentiell, um mögliche Strafen zu vermeiden.

Die klare und nachvollziehbare Dokumentation aller Transaktionen wird daher künftig noch wichtiger.

Wie wir Anleger in diesem Bereich unterstützen

Mit der zunehmenden Regulierung des Kryptomarktes steigt auch der Bedarf an rechtlicher und steuerlicher Unterstützung. Viele Anleger stehen vor der Herausforderung, ihre Transaktionen korrekt aufzubereiten oder ihre steuerliche Situation zu klären.

Wir unterstützen – gemeinsam mit erfahrenen Steuerberatern – unsere Mandanten unter anderem bei:

  • der Analyse und Aufarbeitung von Kryptotransaktionen

  • der Erstellung nachvollziehbarer Transaktionsübersichten

  • Mittelherkunftsnachweisen für Banken oder Behörden

  • der rechtlichen Einordnung komplexer Krypto-Aktivitäten

  • der Prüfung der steuerlichen Situation ihres Krypto-Portfolios 

Wer frühzeitig für Transparenz sorgt und seine steuerliche Situation im Blick behält, kann sich gut auf die kommenden Veränderungen vorbereiten. Für eine individuelle Beratung stehen Ihnen Roman Taudes und Anela Blöch unter der Telefonnummer 01 3912345 oder per E-Mail office@atb.law gerne zur Verfügung.